Wechseljahre

Wechseljahresbeschwerden lindern: Diese 10 pflanzlichen Mittel helfen

Pflanzliche Mittel gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und schlaflose Nächte sind in den Wechseljahren sehr gefragt. Viele Frauen möchten ihren Körper ohne synthetische Hormone und damit verbundene Nebenwirkungen unterstützen. Dank Jahrhunderte altem Heilwissen stehen uns heute Pflanzen zur Verfügung, deren Wirksamkeit auch in wissenschaftlichen Studien immer wieder bestätigt wird. Hier stellen wir Ihnen die 10 besten natürlichen Helfer bei Wechseljahresbeschwerden vor.

 

Übersicht

-       Wechseljahre: Das passiert im Körper

-       Typische Symptome und Beschwerden

-       Müssen Wechseljahre behandelt werden?

-       Wechseljahresbeschwerden: Das hilft wirklich

-       10 pflanzliche Mittel gegen Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden

 

Wechseljahre: Das passiert im Körper

Jede Frau kommt mit einer limitierten Zahl an Eizellen auf die Welt. Mit zunehmendem Alter ist der Vorrat eines Tages aufgebraucht. Der Eisprung bleibt immer häufiger aus. Dadurch sinkt auch der Gelbkörperhormonspiegel im Blut. Die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone lässt immer mehr nach und der Zyklus kommt aus dem Takt. Eines Tages setzt die Monatsblutung ganz aus.

Die Frau ist in den Wechseljahren, auch Klimakterium genannt.

Neben der Pubertät sind die Wechseljahre eine zweite große Umstellung für den weiblichen Körper. Sie beschreiben den Übergang von der fruchtbaren Phase, hin zu einem Lebensabschnitt, in dem die Frau nicht mehr schwanger werden kann. Das hormonelle Ungleichgewicht, was durch den Wechsel entsteht, macht sich körperlich und seelisch bemerkbar. Bei zwei von drei Frauen führt es zu Wechseljahresbeschwerden.

 

Die vier Phasen der Wechseljahre im Überblick

1.     Prämenopause: Als Prämenopause wird die Zeit direkt vor den Wechseljahren bezeichnet. Sie beginnt meist um das 40. Lebensjahr. Dabei beginnt die Hormonproduktion langsam nachzulassen. Vor allem der Progesteron-Spiegel sinkt in dieser Zeit ab. Die Fruchtbarkeit lässt nach und erste Zyklusveränderungen machen sich bemerkbar.

2.     Perimenopause: In der Perimenopause ist die hormonelle Umstellung im vollen Gange. Die Phase beginnt durchschnittlich mit 47 Jahren und dauert etwa vier Jahre lang an. In dieser Zeit sinkt das körpereigene Östrogen ab. Gleichzeitig können auch starke hormonelle Schwankungen auftreten, da der Körper versucht den Östrogenmangel auszugleichen. Jetzt kommt es bei vielen Frauen zu den typischen Wechseljahresbeschwerden. Ausprägung und Dauer der Symptome sind hier sehr unterschiedlich. Einige Frauen haben keine Beschwerden, andere leiden sehr unter der hormonellen Veränderung.

3.     Menopause: Als Beginn der Menopause wird der Zeitpunkt beschrieben, in dem die letzte Monatsblutung mindestens 12 Monate zurückliegt. Durchschnittlich ist das im Alter von 50 Jahren der Fall.

4.     Postmenopause: Als letzte Phase der Wechseljahre, schließt die Postmenopause nahtlos an die Menopause an. Jetzt ist die Östrogen- und Progesteron-Produktion am niedrigsten.

 

Typische Symptome und Beschwerden in den Wechseljahren

Die Hormone haben Einfluss auf sämtliche Prozesse im Körper. Ein ausgeglichener Östrogenhaushalt zum Beispiel

  • sorgt für eine gute Durchblutung der inneren Organe, der Haut, des Nervensystems und des Knochengewebes
  • reguliert den Cholesterinspiegel und schützt so vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • unterstützt einen gesunden Schlaf
  • fördert die Konzentration
  • steuert die Calciumeinlagerung der Knochen
  • hebt die Stimmung
  • optimiert das Haarwachstum

Ist das weibliche Geschlechtshormon überschüssig im Körper vorhanden oder liegt ein Östrogenmangel vor, hat das spürbare, gesundheitliche Folgen.

Hitze als Hauptproblem

Wenn in den Wechseljahren die Hormonproduktion nachlässt, muss sich der Stoffwechsel anpassen. Diese Anpassung erfordert Energie. Steht nicht genug Energie zur Verfügung, versucht sie der Körper mittels Stressreaktion aus eigener Kraft zu mobilisieren. Deshalb kommt es in der Perimenopause typischerweise zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. In der Postmenopause hingegen, lassen diese Symptome erfahrungsgemäß nach. Dafür können vermehrt Beschwerden wie Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, Scheidentrockenheit oder Osteoporose auftreten.

 

Wechseljahresbeschwerden im Überblick

Die Länge und Intensität von Wechseljahresbeschwerden wird individuell wahrgenommen und ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Folgende Symptome treten typischerweise in den Wechseljahren auf:

  • unregelmäßiger Zyklus
  • Zwischenblutungen
  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Dauermüdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Depressive Stimmung
  • Scheidentrockenheit
  • Gewichtszunahme
  • Hautalterung
  • Osteoporose

 

Müssen Wechseljahre behandelt werden?

Wechseljahre sind keine Krankheit, deshalb sollten sie auch nicht als solche behandelt werden. Viele Frauen durchleben den Wechsel vollkommen unbeschwert, andere haben mit Befindlichkeitsstörungen zu tun. Etwa 33 % sind spürbar in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und haben starke Wechseljahresbeschwerden.

Egal zu welcher Gruppe Sie gehören, wenn Sie Ihren Körper jetzt in seinem natürlichen Prozess unterstützen, wirkt sich das positiv auf Ihre Lebensqualität aus.

 

Wechseljahresbeschwerden: Das hilft wirklich

Haben sie stark ausgeprägte Symptome? Dann klären Sie zuerst ab, dass kein anderes gesundheitliches Problem die Ursache ist. Suchen Sie im Zweifelsfall einen Facharzt auf, mit dem Sie die nächsten Schritte und mögliche Therapien besprechen können.

Folgende Dinge sind für alle Frauen in den Wechseljahren wichtig:

 

1.    Frieden schließen: Wer die Wechseljahre als natürlichen Teil eines langen, gesunden Lebens akzeptiert, nimmt Druck und Stress heraus. Na klar, das ist leichter gesagt als getan und die körperlichen Beschwerden verschwinden dadurch nicht direkt. Die positive Einstellung wirkt sich jedoch auch positiv auf Ihr körperliches Empfinden aus.

Vielleicht versuchen Sie sich auf das Loslösen vom Zyklus als Chance und Neubeginn zu konzentrieren? Viele Frauen fühlen sich in dieser Lebensphase besser denn je! Sie blicken auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück und stehen selbstbewusster im Leben als früher. Gleichzeitig liegen noch viele Jahre voller Möglichkeiten vor Ihnen.

 2.    Sich ausreichend bewegen: Gewichtszunahme, verringerte Knochendichte, Muskelabbau oder Gelenkschmerzen: Um den Begleiterscheinungen der Wechseljahre effektiv entgegenzuwirken, ist körperliche Aktivität das A und O. Am besten wird der Körper durch einen Mix aus Ausdauertraining, Krafttraining, regelmäßigem Dehnen und Übungen für Balance und Beweglichkeit unterstützt. Am Ende gilt aber vor allem: Der beste Sport ist der, den Sie regelmäßig durchziehen. Ob das Yoga, Fitnessstudio, Gartenarbeit oder Wandern ist?Finden Sie es heraus!

 3.    Die Ernährung anpassen: Leere Mikronährstoffspeicher verschlimmern Wechseljahresbeschwerden.EinVitamin-D-Mangel, zu wenig Calcium oder Untergewicht fördern zum Beispiel Osteoporose.

Spätestens wenn Beschwerden auftreten, ist es ratsam, einmal den Status quo zu checken. Lassen Sie ein ausführliches Blutbild machen. Sind die Ergebnisse da, können Sie Ihre Ernährung anpassen und gegebenenfalls ausgewählte Nahrungsergänzungsmitteln integrieren.

 

Phytohormone bei Wechseljahresbeschwerden

Leiden Frauen unter schweren Wechseljahresbeschwerden, empfehlen Gynäkologen Hormonpräparate, die das hormonelle Durcheinander ausgleichen sollen. Jedoch stehen Therapien mit synthetischen Hormonen stark in der Kritik. Schließlich bringen sie viele Nebenwirkungen mit sich und erhöhten das Risiko für schwere Erkrankungen. Daher geht der Trend zurück zur Natürlichkeit.

Hier kommen Phytohormone ins Spiel. Phytohormone sind Pflanzenstoffe, die eine ähnliche regulierende Wirkung auf den Hormonstoffwechsel haben, wie körpereigene Hormone. Als Signal-Moleküle regeln sie das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze. Im menschlichen Körper wirken sie deutlich sanfter und ohne bedenkliche Nebenwirkungen.

Phytoöstrogene ähneln in ihrer chemischen Struktur zum Beispiel dem körpereigenen Östrogen. Sie docken auch an den gleichen Rezeptoren an. Über längere Zeit eingesetzt, können sie einen Östrogenmangel und dessen Folgen ausgleichen. Die bekanntesten Phytoöstrogene sind die Isoflavone.

Pflanzenextrakte und ausgewählte Lebensmittel, die besonders viel Phytoöstrogen oder Phytoprogesteron enthalten, werden heute erfolgreich bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Die 10 besten pflanzlichen Mittel gegen Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden

 1.    Mönchspfeffer: Das Heilkraut gehört zu den am besten erforschten Pflanzen bei der Behandlung von hormonellen Beschwerden. Mönchspfeffer ist besonders gut in der Prämenopause und Perimenopause geeignet, da es die Produktion von Östrogen im Körper anregt. Wenn mit dem Beginn der Wechseljahre der Östrogenspiegel sinkt, helfen die Wirkstoffe der Pflanze das Ungleichgewicht auszubalancieren. Mönchspfeffer wird in Kapselform, als Extrakt in Tropfen oder als Tee angeboten.

 2.    Traubensilberkerze: Die Extrakte der Traubensilberkerze enthalten Flavonoide und östrogenähnliche Inhaltstoffe. Wie bei Mönchspfeffer auch, ist ihre Wirkung bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden gut untersucht. Bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und Reizbarkeit kann die Heilpflanze nachweislich Linderung verschaffen. Wer Traubensilberkerze kontinuierlich einnimmt, spürt erfahrungsgemäß nach 4 bis 6 Wochen eine positive Wirkung.

Traubensilberkerze wird gerne in Kombination mit Mönchspfeffer angewendet. Das sollten Sie bei Bedarf aber vorher mit ihrem Frauenarzt besprechen.

 3.    Rotklee: Ebenfalls ein wirksames pflanzliches Mittel gegen Hitzewallungen und andere Beschwerden ist der Rotklee. Was in Deutschland auf fast jeder Wiese, in jedem Waldstück und am Wegesrand wächst, ist besonders reich an Isoflavonen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, wird Rotklee vor allem als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Auch als Tee hilft er vielen Frauen in den Wechseljahren auf natürliche Weise.

 4.    Frauenmantel: Bereits der Name verrät, dass es sich hier um ein Jahrhunderte altes Frauenheilkraut handelt. Alchemilla xanthochlora, wie Frauenmantel auch genannt wird, ist besonders beliebt bei Wechseljahresbeschwerden. Frauenmantel wird vor allem als Tee verabreicht und ist Bestandteil von Vitalstoffkomplexen.

 5.    Salbei: Vielen ist er vor allem als natürlicher Helfer bei Husten und Halsschmerzen bekannt, aber Salbei kann noch mehr! Frauen, die in den Wechseljahren unter starken Hitzewallungen leiden, berichten immer wieder von einer Besserung ihrer Symptome durch Salbei. Zwei bis drei Tassen Salbeitee am Tag sollen bei Schweißausbrüchen helfen und gelten als wirksames pflanzliches Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden.

 6.    Nachtkerzenöl: Aus den Samen der Nachtkerze gewonnen, ist dieses Öl ebenfalls reich an Phytohormonen, die sich in den Wechseljahren positiv auf Ihren Körper auswirken. Außerdem liefert Nachtkerze besonders viel Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Diese Fettsäuren verbessern effektiv die Hautfeuchtigkeit und helfen gegen trockene Schleimhäute. Nachtkerzenöl gibt es zum Einnehmen in Gel-Kapseln zu kaufen. Auch in ausgewählten Cremes und Gesichtsölen ist es enthalten. Generell empfiehlt es sich, immer ein naturreines Nachtkerzenöl aus biologischem Anbau zu verwenden – sowohl bei der inneren als auch äußeren Anwendung.

 7.    Hopfen: Er hat eine östrogenartige Wirkung – nur sehr viel sanfter als ein synthetisches Sexualhormon. Das Kraut ist nachweislich gegen Schlafstörungen, innere Unruhe, Spannungszustände, Angst und Nervosität gewachsen. Hopfenextrakt wirkt beruhigend und wird bei vielen Wechseljahresbeschwerden erfolgreich eingesetzt. Hopfen wird vor allem als Tee verabreicht oder in Kapselform eingenommen.

 8.    Brennnesselsamen: Die Brennnessel steht als heimisches Wildkraut selten auf dem herkömmlichen Speiseplan. Zu Unrecht, wie wir finden. Denn was viele nicht wissen: Ihre Blätter und Samen sind überaus gesund und nährstoffreich. Darüber hinaus enthält Brennnessel Beta-sitosterol, Campesterol und Lignane, Phytohormone, die in den Wechseljahren interessant sind.

Brennnesselsamen haben eine besonders stärkende Wirkung. Viele Frauen stellen nach der regelmäßigen Einnahme eine deutliche Verbesserung ihrer Wechseljahresbeschwerden fest. Bei Hitzewallungen wird ein Teelöffel Brennnesselsamen pro Tag über mehrere Wochen empfohlen. Kaufen können Sie die Power-Körner in Rohkost- und Bioqualität.

 9.    Soja: Asiatische Frauen leiden deutlich weniger an den typischen Symptomen der Wechseljahre, wussten Sie das? Wissenschaftler sehen hier einen direkten Zusammenhang zwischen ihren Ernährungsgewohnheiten und den verringerten Wechseljahresbeschwerden. Vor allem der häufige Verzehr von Sojaprodukten steht im Fokus.

Soja gehört zu den pflanzlichen Mitteln mit einem nennenswerten Gehalt an Isoflavonen. Vor allem als hochdosiertes Präparat ist die Bohne bei Wechseljahresbeschwerden gut untersucht. Möchten Sie Tofu, Tempeh oder Miso einfach regelmäßig in Ihren Speiseplan integrieren, achten Sie darauf, immer Produkte in Bioqualität zu kaufen.

10. Yamswurzel: In Asien und Lateinamerika sind einige Arten der Yamswurzel (Dioscoreaceae) seit Jahrhunderten als Heilpflanzen für hormonelles Gleichgewicht bekannt. Bei uns gelten die gesunden Knollen noch als Geheimtipp. Die stärkende und ausgleichende Wirkung einiger Yamswurzelarten unterstützt den Körper in allen Phasen des Klimakteriums.

Angeboten wird Yamswurzel frisch, in Kapseln oder als Pulver. Der Vorteil von Pulver ist dabei, dass die ganze Knolle in ihrer natürlichen Form verarbeitet wird. Pflanzenstoffe werden nicht separat extrahiert und bleiben somit vollkommen erhalten. In Speisen und Getränke eingerührt, ist die regelmäßige Einnahme angenehm und einfach möglich.

 

Welche pflanzlichen Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden haben Sie schon ausprobiert? Hat Ihnen eine Heilpflanze besonders gut geholfen? Wir sind gespannt und freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren!

von Adelinde Stropahl

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